Flucht vor der Armut und Ignoranz von Reichtum in Senegal

Senegalerie im neuen Glanz
18. Dezember 2016

Flucht vor der Armut und Ignoranz von Reichtum in Senegal

Flucht vor der Armut

Armut in Senegal

Die Wahrheit ist makaber und man möchte lieber wegschauen! Senegal – eines der friedlichsten und tolerantesten Länder Westafrikas – verliert immer mehr Einwohner. Die Armut ist groß, aber das Land ist reich an kostbaren Bodenschätzen und Heilpflanzen und könnte autark und stark sein. Arbeit könnte in genügender Anzahl vorhanden sein. Dennoch flüchten die Senegalesen vor ihrem Heimatland aufgrund ihrer Armut. Familien werden alleine gelassen von ihren Männern oder Söhnen, die auf den Reichtum in Europa hoffen. Selbst Mütter fliehen mittlerweile mit ihren Babys, da sie keinen Ernährer mehr finden. Niemand möchte der Wahrheit ins Auge schauen, sondern lieber davor weglaufen. Ob es die afrikanischen Bürger sind oder die Politiker in Afrika und Europa. Ich fühle Wut und Verzweiflung, wenn ich darüber nachdenke. Warum ist das so?

FluechtlingsbootArmut in SenegalFamilien essen gemeinsam

 

 

 

 

Reichtum als Idealismus

In Senegal findet man Reichtum und Armut eng aneinander. Arme Senegalesen, die seit Jahren keine Arbeit finden, schauen kraftlos auf die Reichen, und hoffen, dass auch sie eines Tages der Wohlstand erreicht. Auf der einen Seite ist es das Unwissen, mit Disziplin und Ideen vorwärts zu kommen und das vorhandene Geld sinnvoll einzusetzen oder zu sparen, auf der anderen Seite ist es die Präsidentschaft und Korruptheit Afrikas, die die Armut und Arbeitslosigkeit stagnieren lässt. Geld ist zur Genüge vorhanden. Man könnte sofort anfangen, in die Umwelt zu investieren, Müllverbrennungsanlagen zu bauen für eine umweltgerechte Abfallbeseitigung, die Landwirtschaft mit hochwertigen Maschinen fördern, Solarstrom für das ganze Land zu produzieren, die Nutzung und Verabeitung von ertragreichen Heilpflanzen für eine natürliche und nachhaltige Medikation zu unterstützen und vieles mehr. Stattdessen schaut man in die weite Welt und ist in dem Glauben, dass man dort eine besseres Leben findet.

Der Teufelskreislauf nimmt kein Ende

Senegalesen könnten langfristig Arbeit finden und Halt in ihrem eigenen Land bekommen. Fluchtgedanken könnten abgelegt werden und die Hoffnung auf Wohlstand in einem anderen Land hätte sich erledigt. Stattdessen wird fleißig an Europa und Asien verkauft: Landparzellen mit Bodenschätzen, Meerbereiche reich an gesunden Fischsorten, Straßenbau und unsinnige Bauten, die europäischen, besonders französischen Charakter haben und die Fortbewegung der Reichen unterstützt. Bloß weg von Tradition und heimischer Kultur. Alles wird Europa nachgeahmt, alles ist in europäischer und asiatischer Hand, auch die damit verbundenen Arbeitsplätze. Senegalesische Arbeitskräfte haben kaum eine Chance in diesem technisch anspruchsvollen Metier. Und wenn, dann nur für sehr kleines Geld. Die Senegalesen schauen machtlos zu und hoffen weiter, dass der neue Präsident Macky Sall Wunder vollbringt. Aber solange die senegalesischen Bürger darauf warten, von ihrer Armut abgeholt zu werden und weit weg sind mit ihren Gedanken von sich selbst, wird sich niemals etwas ändern. Der Teufel kann weiterhin sein Spiel betreiben und im Kreise laufen. Afrika bleibt Afrika!

Tourismus und Kunsthandwerk als einzige Chance zum Überleben?

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Tourismus in Senegal boomt. Aus allen Ländern strömen Touristen nach Senegal, um dort den friedlichen Teil Afrikas einmal näher kennen zu lernen. Das künstlerische Talent der Senegalesen wird dabei gerne bestaunt. Günstige Souvenirs werden als Erinnerung mit nach Hause genommen und auf die Fensterbank gestellt. Holzarbeiten aus kostbaren Hölzern, Schmuck mit den beliebtesten Kaurimuscheln, Kleider und Stoffe aus hochwertiger Baumwolle, einzigartige Gemälde und Batikarbeiten und vieles mehr findet seinen Platz auf der ganzen Welt. Der Preis, den Touristen dafür bezahlen, ist sehr gering. Der Preis, den die Senegalesen dafür bezahlen ist Schweiß und harte Arbeit.

Touristen lassen sich außerdem inspirieren von der bewundernswerten Kunst mit vielen Facetten und nutzen die Ideen für sich oder ihr Projekt. Sei es das Handwerk, die Musik oder Tanz. Das ist normal und nicht schlimm. Das macht jeder, der nach neuen Ideen sucht. Doch ist den Senegalesen damit geholfen? Sehr wahrscheinlich nicht, denn der Markt wird zur Konkurrenz und Billig boomt. Aber das künstlerische Talent ist das einzige, was Gott ihnen zur Verfügung stellt und lässt auf weitere Erfolge hoffen.

Senegal kann sich selbst ernähren, aber alte Traditionen verhindern den Fortschritt

Jedes Land kann unabhängig bestehen und trotzdem Export und Import betreiben – mit ausgewogener Balance. Senegal ist reich genug, um eigenständig als Arbeitgeber für sein eigenes Volk zu funktionieren. Aber die alten Traditionen und seine beständige Kultur verhindert eine Bewegung nach vorne. Dabei spielt der muslimische und christliche Glaube in Senegal eine sehr große Rolle.

Senegalesen „ticken“ komplett anders als Europäer. Ihre Kultur verhindert, dass jede Person für sich kämpft, um vorwärts zu kommen. Wer versucht, wirtschaftlich autark zu sein, hat keine Freunde. Teamarbeit funktioniert nicht. Heimlich steckt man das Geld in die Tasche und geht mit Notlügen voran, einzig und allein um sich zu schützen  – ohne böswillige Absicht. Dabei wird ein Großteil des vorhandenen Geldes in „Gri Gris“ (Schutzamulette) gesteckt, die man oftmals von falschen „Marabus“ (Wunderheiler) gegen teures Geld erhalten. Der Aberglaube daran ist so stark, dass der Glaube an sich selbst und die eigene Kraft keinerlei Bedeutung findet.

Wir Europäer gönnen unseren Freunden, wenn sie es „geschafft“ haben. Wir lernen, aus eigener Kraft und mit angeschultem Wissen für unsere Zukunft zu sorgen. In Senegal hat dies eine geringe Bedeutung. Denn Selbständigkeit und Betriebswirtschaft wird einfach nicht gefördert in der Angst, der andere könnte stärker sein und vielleicht sogar reich. Menschliches Verständnis, Disziplin, objektives Verhalten und Teamarbeit ist ein Fremdwort. Ausbildungen sind auf einem Niveau, das weit hinter unserem Standard liegt. Auch die Inhalte der Schulen bedürfen einer Neuorientierung.

Langsam wacht die Jugend auf und fängt an, gegen Stagnizismus und Ohnmacht zu protestieren. Wenn Präsident Macky Sall der Wahrheit ins Auge schauen würde, seine jungen Bürger anhören würde und sich nicht von europäischen Abkommen in die Enge drängen ließe, könnte er seinem Volk zu Fortschritt und einer sicheren Zukunft verhelfen. Und unsere Politik nutzt das schamlos aus für ihr eigenes Profit. Sie bieten hohe Gelder, um immer mehr Macht über fremdes Land und seine Wirtschaft zu bekommen. Das ist fahrlässige Tötung und Mundraub!

Wir wollen den Flüchtlingsstrom reduzieren

Seneglobal zur Minderung des Flüchtlingsstroms

Wir möchten helfen! Auch wenn wir die Welt nicht retten können, so ist es doch möglich, mit kleinen Taten als Vorbild voran zu schreiten. Es gibt viele Organisationen, die mit Geld helfen wollen, das niemals dort ankommt, wo es dringend gebraucht wird. Wir möchten es anders machen. Deshalb haben wir einen Verein gegründet, der in Somone, 70 km südlich von Dakar, ein Kreativ-Camp bieten soll, um vor Ort senegalesischen Bürger zu helfen, strukturiert mit Wissen und Verstand, Disziplin und technischem Know-How voran zu kommen und sich entweder eine Zukunft aufzubauen, Arbeit zu finden oder vielleicht sogar als Arbeitgeber tätig sein zu können. Menschliches Verständnis und objektives Verhalten ist dafür dringend notwendig. Wir können es ihnen bieten, denn wir haben das Zeug dazu. Wir können den Menschen die Augen öffnen, wachrütteln und Mut machen. Was bekommen wir dafür? Das entscheidet jeder Mensch selbst, denn jeder bekommt DAS, was er braucht – im positiven Sinne.

Wir würden uns über Hilfe sehr freuen, egal welcher Art. Natürlich wäre es schön, wenn wir Gelder erhalten, um das Kreativ-Camp aufzubauen. Schließlich ist das die Basis für weitere Taten. Wir halten weiter an unserem Ziel fest, auch wenn es mühselig ist. Alles kommt zu seiner Zeit…..

Meinungsfreiheit

Die Inhalte dieses Beitrags wurden niedergeschrieben mit eigenen Gedanken und aus der eigenen Meinung heraus. Mir ist das Gesetz der freien Meinungsäußerung bewusst. Ich bitte diejenigen, die sich dadurch angegriffen fühlen, um Nachsicht. Kommentare sind willkommen und werden nach Prüfung auch veröffentlicht. Veronika Sow

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